Was steckt dahinter

Cuvée, Verschnitt & Co.

Cuvée, Verschnitt, Blend: Was steckt dahinter und warum wird dies gemacht?

Die verschiedenen Begriffe erzeugen unterschiedliche Emotionen. Wenn die Bezeichnungen Cuvée, Assemblage oder Blend auf den Weinetiketten angeführt sind, werden diese meist hochwertiger eingestuft, als wenn das Wort Verschnitt verwendet wird. Verschnitt hat einen leicht negativen Beigeschmack und oft wird ein Pantschen von allen Resten im Keller assoziiert, dabei handelt es sich lediglich um die deutschsprachige Bezeichnung des internationalen Begriffs CUVEE. Bei allen angeführten Bezeichnungen ist das Ziel ident - die Verbesserung und Steigerung der Weinqualität. Dies trifft natürlich nicht für alle Rebsorten zu und soll auch nicht bedeuten, dass sortenreine Weine nicht so hochwertig sind wie Cuvées.

Bei der Herstellung eines Cuvées werden vom Weingut im Vorfeld Versuche hinsichtlich der endgültigen Zusammenstellung gemacht. Die Zusammensetzungen sind je nach Weinbaugebiet und zu erzielendem Weintyp unterschiedlich. Generell ist zu sagen, dass immer fertige Weine miteinander verschnitten werden und nicht die geernteten Trauben. Ein Verschnitt von unterschiedlichen Weintrauben aus einem gemeinsamen Weingarten, ist eine österreichische Spezialität und findet in Wien seine Verbreitung. Diese Weine werden als „Gemischter Satz“ bezeichnet.

Wie kann sich nun ein Verschnitt zusammensetzen? Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten:
In Australien werden oft Weine oder Trauben aus identen Rebsorten, jedoch aus unterschiedlichen Weinanbaugebieten miteinander verschnitten. Dieser Verschnitt dient der Erhaltung der Weinqualität und oftmals können jahrgangsbedingte Reifeunterschiede ausgeglichen werden. Der Konsument erhält jedes Jahr ein gleichbleibendes Produkt. Diese Weine tragen auf der Rückenetikette die Bezeichnung: „Product of South-East-Australia“.

Ein Verschnitt kann auch aus unterschiedlichen Vinifizierungs- und Ausbauarten bestehen. Es können verschieden Barriquefässer miteinander verschnitten werden oder nur ein Teil des Weines im Barrique ausgebaut werden und der andere Teil z. B. im Edelstahltank. Bei Weinen mit biologischem Säureabbau gibt es die Möglichkeit, nur einen Teil der Milchsäuregärung zu unterziehen und danach mit dem aromatischen Wein zu verschneiden.

Das „ klassische“ und verbreiteste Cuvée ist der Verschnitt von zwei oder mehreren Weinen aus verschieden Rebsorten. Dies dient zur Qualitätssteigerung und Perfektion der Weine. Der Kellermeister muss die unterschiedlichen Rebsorten genau kennen, um ein harmonisches Cuvée zu kreieren. Jede Rebsorte hat eine unterschiedliche Charakteristik, diese kann sich im Cuvée mit anderen Rebsorten ergänzen. Die Kunst des Verschneidens erfordert eine jahrelange Erfahrung und unglaubliches Fingerspitzengefühl des Kellermeisters. Die genaue Zusammensetzung der Topcuvées ist oft ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis. Um Flaschenunterschiede bei Cuvée auszuschließen ist es unumgänglich, dass ein Verschnitttank, der die gesamte Menge des Verschnitts fassen kann, im Keller vorhanden ist. Dies hat in der Vergangenheit sehr oft zu Flaschenabweichungen geführt. Diese unterschiedlichen Füllungen/Tranchen wurden auf den Flaschen vermerkt.

Berühmte Verschnittweine kommen aus den französischen Weinbaugebieten Bordeaux und der Champagne. Das Verschneiden beschränkt sich aber nicht nur auf den Topweinbereich, sondern findet auch im Alltagsweinbereich seine Anwendung.

Mehr zu unserer Weinakademikerin und Diplom-Käsesommelière Elisabeth Eder

Autor: Elisabeth Eder

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