Von Glückshormonen bis Vitamin E

Was in Schokolade drinnen steckt

Was steckt eigentlich in der Schokolade und macht sie uns wirklich glücklich? Hier ein Überblick über die wichtigsten Inhaltsstoffe, Vitamine und Zutaten der Schokolade.

Theobromin Stimuliert das zentrale Nervensystem. Das macht wach und erhält die Konzentration. Vorsicht bei Tieren: Bei Hund und Katze kann es tödlich wirken, weil sie diesen Stoff nur sehr langsam abbauen können.

Koffein: Die anregende Wirkung des Koffeins macht sich in der Schokolade ebenfalls bemerkbar, allerdings in einer sehr geringen Dosis. Flavonoide sind Stoffe, die sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine kleine Tafel dunkler Schokolade gleich viele Flavonoide enthalten kann wie sechs Äpfel. Die Betonung liegt aber auf „ kann“, denn das hängt stark von der Produktion ab, bei der viele Flavonoide zerstört werden können.

Magnesium ist ideal gegen Stress und gut für den Stoffwechsel.

Calcium ist der Baumeister des Skeletts.

Eisen liefert den Zellen Sauerstoff und ist an der Produktion von Blutkörperchen beteiligt.

Vitamin E ist wichtig für das Abwehrsystem.

Lecithin wird bei der Schokoladenherstellung als Emulgator eingesetzt. Normalerweise wird Sojalecithin verwendet und es liegt in der Verantwortung der Produzenten, dass es auch nicht aus genmanipuliertem Anbau stammt. Lecithin wird als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, weil es die Konzentration verbessert, sich positiv auf die Fließeigenschaft des Blutes auswirkt und den Alterungsprozess verzögert.

Polyphenole sind Gerbstoffe, die auch in Rotwein oder Grünem Tee enthalten sind. Sie fangen die so genannten aggressiven Radikale ab und beugen damit Krebs und Herzinfarkt vor.


Über die Kakaobutter
Die Kakaobutter ist ein ganz besonderer Rohstoff, der bei der Kakaoherstellung entsteht. Dabei wird, nicht anders als in einer Kernölpresse, das Fett aus den Kakaobohnen gepresst. Die goldgelbe, klare Kakaobutter fließt heraus und härtet schnell aus.

Bei der Schokoladenproduktion braucht man mehr Fett, als in der Kakaobohne enthalten ist: Daher wird zusätzlich Kakaobutter hinzugefügt. Die Kakaobutter hat nur einen leichten Kakaogeschmack und wird aufgrund ihrer pflegenden Eigenschaften auch für die Herstellung von Kosmetika verwendet.

Laut Gesetz ist die Verwendung von Kakaobutteraustauschfetten erlaubt. Das heißt, Kakaobutter darf durch andere pflanzliche Fette ersetzt werden. In Frage kommen dafür Kokos- und Palmfett.


Vom Schoko-Glück und anderen Substanzen
Die Ersten, die von den besonderen Eigenschaften des Kakaos Gebrauch gemacht haben, waren die Urvölker Lateinamerikas. Die Olmeken, Mayas und Azteken haben ihre Xocoatl, die für unseren Geschmack ein scheußliches Gebräu gewesen sein muss, für rituelle Zwecke genutzt, um ihre Götter milde zu stimmen, oder sie als Genussmittel bei Festen getrunken.

Als der Kakao nach Europa kam, hat er zunächst eine regelrechte Euphorie ausgelöst. Man hielt die Schokolade für ein magisches Elixier, das zu Gesundheit und Wohlbefinden verhelfe, und stellte allerlei Mutmaßungen an, woran das liegen könne.

Seit damals ist viel darüber geschrieben, geforscht und nachgedacht worden, warum die Schokolade glücklich macht. Der Grund dafür ist vielleicht die Sehnsucht nach Wärme, und deshalb tut die Schokolade den Menschen insgesamt gut. Kakao ist pure Energie, weil er die Wärme speichert. Das pflanzliche Fett, das in der Schokolade einen hohen Anteil ausmacht, wird durch die Sonne gebildet.

Irgendwann hat man damit begonnen, die Inhaltsstoffe der Schokolade zu analysieren, um ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Die Ursachen des Schoko- Glücks wurden in Substanzen wie Phenylethylamin und Serotonin gefunden. Wenn man bedenkt, dass der Serotoninspiegel auch vom Ausmaß der Sonneneinstrahlung auf unseren Körper abhängt, verwundert es nicht, dass Nordeuropäer mehr Schokolade essen als Südeuropäer. Geschweige denn, dass die Kakaobauern vor Ort ein Bedürfnis nach wärmespendender Schokolade entwickeln.

Fast alle Kinder lieben Schokolade. Vielleicht deshalb, weil sie das Glück noch als etwas Selbstverständliches und Gegebenes annehmen können und nicht daran denken, dass es jemals anders sein könnte. Laut Umfragen verzichten viele Frauen lieber auf Sex als auf Schokolade. Logischerweise haben Männer mit solchen Rankings keine rechte Freude, aber „man(n)“ muss die Tatsache akzeptieren, dass Schokolade eben besondere Glücksgefühle erzeugt.

Der berühmte französische Gastrosoph Brillat- Savarin widmete der Schokolade in seinem Klassiker Die Physiologie des Geschmacks ein ganzes Kapitel und beschäftigte sich ausführlich mit der Wirkung von Schokolade. Über Frauen, die Schokolade liebten, schrieb er Folgendes: „Jene, deren Naschhaftigkeit hauptsächlich in einer Liebe zum Süßen besteht, haben feinere Gesichtszüge, eine angenehmere Art, wohlgeformtere Figuren und vor allem eine ganz besondere Art zu sprechen.“



Die Glückssubstanzen in der Schokolade
Für so manchen Wissenschaftler liegt das Besondere der Schokolade bloß in ihrer chemischen Zusammensetzung: Phenylethylamin, kurz PEA, ist eine chemische Verbindung, die man bei besonders glücklichen und frisch verliebten Menschen findet. Es macht optimistisch, gesellig und temperamentvoll. Bei Misserfolgen und Problemen aller Art sinkt der PEA-Wert und man wird traurig und deprimiert. Schokolade enthält bemerkenswert viel von dieser Substanz.

Serotonin wird im Zusammenhang mit Schokolade immer wieder erwähnt: Schokolade enthält reichlich Tryptophan, das zur Bildung von Serotonin im Gehirn benötigt wird. Ein Experte der deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik meinte etwa: „Interessanterweise bilden Frauen im Gehirn nur halb so viel Serotonin wie Männer. Das ist möglicherweise eine Erklärung für die häufigeren Stimmungsschwankungen und das vorwiegend auftretende Phänomen der Schokoladen- Lust.“

Anadamid befindet sich zum Beispiel auch in Haschisch und Morphium und wirkt auf Teile des Gehirns, die für das Glücks- und Lustempfinden verantwortlich sind. Die in der Schokolade gefundenen Mengen sind allerdings so gering, dass keine Suchtgefahr besteht. Damit nur annähernd eine berauschende Wirkung erzielt werden könnte, müsste man 20 Kilogramm Vollmilchschokolade verdrücken.


Schokolade ist gesund und muss nicht dick machen!
Es ist eine Tatsache, dass Schokolade nicht nur gut schmeckt und glücklich macht, sondern auch noch gesund ist. Insgesamt kann man sagen, dass die Schokolade in all ihren Bestandteilen wertvoll und gesund ist.

Allerdings sollte man auch das Kleingedruckte lesen: Wenn jemand Schokolade zu sich nimmt, die aus viel Zucker, gehärteten Fetten und Konsumkakao, der reichlich mit Chemikalien behandelt wurde, besteht, braucht er nicht zu glauben, damit seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Es kommt auf die Höhe des Kakaoanteils und die Qualität der Zutaten an, ob die Schokolade ihr gesundes Potenzial entfalten kann.

Es grassieren ja etliche Gerüchte über die Schokolade: Am beliebtesten ist jenes, wonach Schokolade ein Dickmacher sein soll. Wenn Schokolade dick macht, dann liegt es jedoch einzig und allein an der Menge, die man zu sich nimmt.

Auch die Verantwortung für schlechte Haut wurde schon der Schokolade zugeschoben. Untersuchungen haben aber ergeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen Schokoladengenuss und Akne gibt.

Die Ursachen für Allergien, Kopfschmerzen und Verstopfung konnten ebenfalls nicht bei der Schokolade gefunden werden. Nicht einmal für einen erhöhten Cholesterinspiegel kann man ihr die Schuld in die Schuhe schieben:  Kakaobutter enthält Stearinsäure. Im Gegensatz zu allen anderen gesättigten Fettsäuren hat diese aber keinen Einfluss auf den Cholesterinspiegel und senkt sogar das Gesamt-Cholesterin.

Ein Gerücht, das Schlagzeilen verursacht und echten Schrecken verbreitet hat, war die „ Blutschokolade“. Ein Düsseldorfer Privatmann hat 1995 versucht, eine tierbluthaltige Schokolade zum Patent anzumelden. Keine Ahnung, was den Menschen dazu bewogen hat, denn es gibt keine Veranlassung dafür, Süßwaren unter Verwendung von Blut herzustellen. Zum Trost für alle, die sich noch immer fürchten: Das Patent ist nie erteilt worden.

Einer weiteren nur schwer auszurottenden Legende zufolge soll Kakao für die schlechten Zähne bei Kindern verantwortlich sein – und auch dies ist unrichtig. Laut neueren Erkenntnissen verlangsamt nämlich das im Kakao enthaltene Tannin die Aktivität von Mundbakterien. Spuren von Oxalsäure verhindern die Säureproduktion. Hinzu kommt die Wirkung von Kalzium und Phosphor, die beide die Mineralisation der Zähne unterstützen. Einziger Spielverderber ist der Zucker, und dem kann durch den Genuss von Schokolade mit einem höheren Kakaoanteil entgegengewirkt werden.







Autor: Josef Zotter

Ähnliches zum Thema

Kommentare0

Was in Schokolade drinnen steckt

Kommentar hinzufügen

Für Kommentare, bitte einloggen oder registrieren. Facebook login