Food Courts

Fast Food auf Asiatisch

Gutes Essen "schnell und billig" muss nicht immer aus Hamburger und Pommes Frites bestehen. Das Konzept der Food Courts aus Asien ist eine wundervolle Alternative zu Fastfood Ketten, nur leider bisher nicht auf Europa übertragbar.

In Südostasien isst man gerne. Das alleine wäre noch nicht so bemerkenswert, das kann man von den Franzosen, Italienern und inzwischen sogar den Engländern auch behaupten. Das Bemerkenswerte in Ländern wie Thailand, Malaysia oder Vietnam ist, dass dort ständig gegessen wird, rund um die Uhr, und zwar auf der Straße und zu Preisen, die sich wirklich jeder leisten kann. Auswärts essen ist dort kein Privileg. Garküchen auf Rädern prägen das Stadtbild und werden selbstverständlich genutzt. Ein kleiner Happen auf den Weg – das geht immer.

Eine Sonderform der Garküche bilden so genannte Food Courts oder auch Food Stalls genannt. Das ist eine Ansammlung von kleinen Verpflegungsständen, kreisförmig aufgestellt, jeder Stand kocht seine vier, fünf Spezialitäten, in der Mitte ein paar klapprige Tische und Stühle – fertig ist ein Buffetrestaurant, dass an Wünschen nichts offen lässt. Gerade für Anfänger asiatischer Küche und ängstliche Zauderer ist es ein wundervolles Prinzip. Fix dabei ist immer ein Entenstand, gebratene Ente in allen Varianten ist ein Muss.

Ein Inder findet sich meist auch mit seinen roten, gelben und grünen Currygerichten, die einem im Vorbeigehen schon die Tränen in die Augen treiben.

Japanisch kennt man ja bereits aus Europa – doch Vorsicht, gerade hier kann man seine Überraschung erleben, wenn Futo Maki plötzlich mit pinken Zucker gewürzt werden. Fleischspießchen mit Erdnusssoße, Wokgerichte mit Fisch, gebackene Shrimps oder Nudelsuppen mit frei wählbaren Inhalt – die Vielfalt ist berauschend.

Fehlen darf auch nie ein Getränkestand mit frisch gepressten Fruchtsäften wie etwa Zuckerrohrsaft mit Minze oder Ananas frisch vom Feld.

Man schlendert von Stand zu Stand und sieht den Köchen und Köchinnen direkt in den Wok und auf das Küchenmesser. Die Zutaten sind frisch, das sieht man, und die Leute verstehen etwas von ihrem Handwerk. Selbst ohne die geringsten Sprachkenntnisse kann man sich anhand von bebilderten Speisekarten gut zurechtfinden. Zur Not einfach auf einen Curryeintopf zeigen. Ein kleines Restabenteuer bleibt natürlich, denn oft weiß man ja nicht, welche Zutaten sich in den Eintöpfen befinden und wie scharf das Gericht tatsächlich ist. Bei Preisen zwischen 1 und 2 Euro pro Portion kann man aber auch hin und wieder daneben greifen, der nächste Versuch kann bereits eine kulinarische Offenbarung sein.

Das Faszinierende an diesen Fressplätzen sind neben der Vielfalt, die Frische und die Qualität der Speisen. Hier muss sich ein Koch oder eine Köchin behaupten können, jeden Tag aufs Neue, denn die Konkurrenz ist groß, gleich einen Stand weiter und die Kunden sind anspruchsvoll. Und selbstverständlich ist jedes Gericht binnen Minuten fertig. Garküchen werden wohl von den best organisiertesten Menschen der Welt betrieben. Denn der Gast will oft nicht verweilen, er will essen – schnell, frisch und gut.

Food Courts findet man in asiatischen Städten egal welcher Größenordnung. Oft befinden sie sich neben Märkten, aber auch in Einkaufszentren im letzten Geschoss gehören sie fix dazu. Selbst der Singapurer Flughafen kann ein Prachtexemplar im Keller aufweisen. Lassen Sie sich diese asiatische Variante des Fast Foods auf Ihrer nächsten Asienreise nicht entgehen!

Autor: Mirjam Reither

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Kommentare2

Fast Food auf Asiatisch

  1. omami
    omami kommentierte am 09.03.2016 um 22:20 Uhr

    Ich habe so etwas Ähnliches in Florida genossen, man geht von Stand zu stand, kostet und holt sich dann, was einem an besten schmeckt. In der Mitte des Platzes stehen Tische und Bänke, dort kann man alles in Ruhe genießen.

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  2. milka74
    milka74 kommentierte am 09.03.2016 um 07:59 Uhr

    Manchmal ist ja auch Kröte im Eintopf

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