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Ein Mariechen steht im Walde...

Maria Lutz

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…ganz still und stumm? Nicht so ganz.

Zwar bin ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, im Wald tatsächlich sehr leise (sollte man auch – Wink mit dem Gatterpfahl an lauthals grölende, Selfie-schießende, wie Bulldozer durch Wälder pflügende Touristen).
Von Stillstand kann allerdings nicht "so direkt" die Rede sein, gibt es im Wald doch so viel Schönes zu erleben & Feines zu erschmecken: Wandern, Schwammerl suchen, Beobachten, Heidelbeeren (die, die ordentlich Flecken machen!) pflücken, Zirbenzapf… Nun gut, an dieser Stelle mache ich rein vorsorglich einen Punkt.😇

Solange man die gegebenen "Spielregeln" einhält, spricht nichts dagegen, sich an den natürlichen "Schätzen" des Waldes zu bedienen; der grundsätzliche, respektvolle Umgang mit Fauna & Flora sollte dabei selbstverständlich sein. Geschützte Arten zum Beispiel wurden üblicherweise nicht nur aus Spaß an der Freude unter Schutz gestellt - daher Finger weg, mögen sie auch noch so delikat sein. "Kiloobergrenzen" für das Sammeln von Pilzen sind keine "komplette Frechheit", sondern haben ihre Berechtigung: Wer nicht für den Eigenbedarf sammelt, sondern unsere Wälder in gieriger, Schlussverkauf-ähnlicher Hamstermanier "ausräumt", hat dort sowieso nichts verloren. Genauso wenig wie leere Plastiktrinkflaschen, Kaugummipapierln und sonstige Andenken. GANZ im Gegenteil, natürlich, zu: Den Tieren! Ihr Zuhause, ihre Regeln: Daher mit offenen Augen durch den Wald gehen, aufmerksam sein und gut aufpassen – nicht zuletzt im Sinne des eigenen Wohlergehens!🌲🐻

Apropos Tiere und Wald. Bevor ich zu meinem diesmaligen Herzens-Buchtipp, "Der Jaga und der Koch", kommen darf, muss ich mich vorkehrend auf dünnes Eis begeben – und deutlich klarstellen:
Gerne Wild zuzubereiten & zu genießen ist, an sich, nichts Verwerfliches! Denn NEIN, die Jagd, waidgerecht und verantwortungsvoll ausgeübt (!), ist kein blutrünstiges, gewaltrauschiges Beseitigen der heimischen Fauna. NICHT im Geringsten. (Wer, wie ich, Jäger oder Förster in Familie oder Bekanntenkreis hat, wird gut verstehen, was ich meine.)

Eleganter hat es der großartige Tobias Moretti in seinem wunderbaren Vorwort zu diesem außergewöhnlichen Buch formuliert: "Die Symbiose zwischen dem Koch und dem Jaga ist eigentlich die älteste, natürlichste und nachhaltigste seit dem Bestand von Kulturen. (…) Wer diesem natürlichen Prozess nahe ist – also von der Hege bis zum Erlegen und Verwerten -, für den ist es selbstverständlich, dass von einem Wildtier, aber auch von jedem anderen Tier, so viel wie möglich zu verwerten sein sollte. Das sind wir dem Lebewesen schuldig."

"Der Jaga und der Koch", namentlich Christoph Burgstaller (gelernter "Jaga") und Rudi Obauer (österreichischer Spitzenkoch), hatte(n) mich jedenfalls sofort: Ihr Werk, eine ganz besondere Neuerscheinung am "kulinarischen Büchermarkt", ist nicht nur äußerlich wunderschön und sehr hochwertig gestaltet, sondern glänzt – was noch viel wichtiger ist! – zudem mit beeindruckendem Inhalt. "In diesem Buch werden die Sphären des Jägers und des Kochs zusammengeführt…", kündigt der Klappentext vielversprechend an – was ich guten Gewissens bestätigen darf. Mit prachtvollen Fotografien reich illustriert, gespickt mit viel Wissenswertem, unzähligen Infos und Anekdoten, wartet der prächtige Bild- und Rezeptband weiters mit 60 fulminanten Wildrezepten, von Wildbret bis Wildkraut, auf.

Zum Durchschmökern, Informieren, Nachlesen & Nachkochen, oder einfach Bilder schauen... Dieser Band ist Nachschlagewerk, Rezeptfundgrube & Bildersammlung in einem, kurzum: Eine wertvolle Erweiterung jeder privaten (Koch-) Bibliothek - und sei daher allen Naturverbundenen, Wildliebhabern, Jagdbegeisterten, Fleischtigern & Kochinteressierten ans Herz gelegt!

Alles, was der Buchhändler Ihres Vertrauens wissen muss:

Zum Abschluss ein letzter, weil in mehrerlei Hinsicht allzu trefflicher, Auszug aus dem so stimmigen Vorwort des Buches...

"Sich in den Dialog zwischen Koch und Jaga einzubringen, ist eine gleichermaßen schöne wie auch mittlerweile wichtige Sache. Denn wir leben in einer Zeit, in der die normalsten Dinge nicht mehr normal sind und neu definiert werden."

Sehe ich auch so - und Sie? So oder so:
Grüne Grüße, schöne Sommermonate & alles Gute🌲🐗💚

Kommentare 4

  1. solo
    solo kommentierte am 28.06.2019 um 12:30 Uhr

    Danke für diese wundervolle Buchvorstellung.

    Antworten
    • ichkoche.at / Maria L.
      ichkoche.at / Maria L. kommentierte am 02.07.2019 um 10:01 Uhr

      Sehr gerne! LG aus der Redaktion

      Antworten
  2. Huma
    Huma kommentierte am 07.07.2019 um 15:49 Uhr

    Auch von mir vielen Dank für die Buchvorstellung.

    Antworten
  3. Sunnykocht
    Sunnykocht kommentierte am 10.07.2019 um 12:32 Uhr

    Ich habe selbst 2 Familienmitglieder die Jäger sind und spontan fallen mir noch 5 weitere im Freundes und Bekanntenkreis ein. Jeder davon, geht der Jagt, mit Respekt und Erfurcht nach. Selbst Jahre nach einem Abschuss, kennt jeder Jäger den genauen Ablauf dessen und kann sich an jedes Mahl, welches vom erlegten Tier kommt, erinnern. Es ist das von und mit der Natur, welches die Waidmannschaft mitsich bringt. In der Kommerziellen Fleischindustrie kommt diese Wertschätzung und Andacht etwas zu kurz...

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