Die wichtigsten Fakten

Schnecken checken

Für die einen gelten sie als französische Delikatesse für die anderen als Future Food: Weinbergschnecken. Allerdings stehen sie unter Artenschutz und dürfen nicht im Freien gesammelt werden. Nur gezüchtete Weinbergschnecken sind zum Verzehr freigegeben. Wir machen den Faktencheck über die kleinen Weichtieren.

Die Weinbergschnecke ist eine Schneckenart. Schnecken wiederum gehören zu den Schalentieren, einer Unterart der Weichtiere (auch Mollusken genannt).

Warum Weinbergschnecke?
Der Name dieser Schneckenart kommt daher, dass in Weingärten optimale Bodenbedingungen für die Schnecken herrschen. Der Boden ist kalkhaltig und wärmespeichernd. Zudem bevorzugen Schnecken Schatten und Feuchtigkeit (den sie durch die Reben bekommen). Die ideale Temperatur, in der Schnecken leben, liegt bei 12-25 °C mit einer Luftfeuchtigkeit von 50 %.

Wie lebt eine Weinbergschnecke?
Schnecken verfügen über ein Luftloch und Augen an Fühlern. Die Augen dienen vorwiegend dazu, den nächsten finsteren Platz zu finden, um sich vor dem Austrocknen zu schützen. Das Fleisch der Weinbergschnecken-Arten hat die gleiche Farbe, lediglich der Mantel (also die Unterseite) ist unterschiedlich.

Gugumuckichkoche.at / Julia Schenk

Schneckenkönig
Schnecken sind normalerweise rechtsgewunden. Nur 1 in 1 Million Schnecken ist linksgewunden: Der Schneckenkönig. Das bedeutet, dass auch alle Organe seitenverkehrt liegen.

Was fressen Weinbergschnecken?
Schnecken sind Vegetarier. Sie ernähren sich von Pflanzen, Gemüse (gerne Salat und Wurzelgemüse) sowie Obst. In der Zucht bekommen sie auch Bio-Spezialfutter. Eine Schnecke hat eine sogenannte Radula, d.h. eine Raspelzunge mit tausenden von kleinen Zähnen. Damit schabt sie ihre Nahrung ab. Schnecken können die Geschmacksrichtungen süß, bitter und salzig unterscheiden.

Wie pflanzen sich Schnecken fort?
Schnecken sind Zwitter, das heißt, sie verfügen über beide Geschlechtsteile. Sie brauchen aber einen Partner, um sich fortzupflanzen. Dafür können sie ihre männlichen und weiblichen Geschlechtsteile gleichzeitig einsetzen. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterruhe und dauert bis Ende Juni. Sie besteht aus den Phasen Anlockung (durch eine Lockstoffdrüse), Paarungsvorspiel sowie Begattung. 6-8 Wochen nach der Paarung legt die Schnecke die reifen Eier in ein selbst gegrabenes Erdloch und weitere 2 Wochen später schlüpfen die kleinen Schnecken (schon vollständig mit Häuschen).

Gugumuck Babyschneckeichkoche.at / Julia Schenk

Wann sind Schnecken ausgewachsen?
Die heimische Weinbergschnecke Helix pomatia wächst 2 Jahre, bis sie ausgewachsen ist bzw. "geerntet" werden kann. Die mediterrane "Kleine Graue" Petit gris sind bereits nach 4 Monaten essbereit. Auch ihre größere Weiterentwicklung, die Helix aspersa maxima, kann zweimal im Jahr gesammelt werden. Ob eine Schnecke bereits ausgewachsen ist, erkennt man daran, dass sie am unteren Rand ihres Schneckenhauses eine Rille ausbildet.

Gugumuckichkoche.at / Julia Schenk

Wie überwintern Schnecken?
Weinbergschnecken halten eine Winterruhe, bzw. Winterstarre, während der sie ihr Gehäuse mit einem Kalkdeckel verschließen und sich in ein Erdloch eingraben. Auch im Sommer kann es übrigens zur sogenannten Trockenstarre kommen, wenn längere Trockenperioden vorkommen.

Schneckentempo
Eine Schnecke kann sich mit bis zu 3-5 Metern pro Stunde fortbewegen. Das hängt unter anderem vom Untergrund ab.


So wird die Weinbergschnecke kulinarisch genutzt

Wir waren zu Gast bei der Wiener Schneckenmanufaktur Gugumuck. Was wir dort über Schnecken und Urban Farming gelernt haben, können Sie hier nachlesen.

Autor: Iris Kienböck / ichkoche.at

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