"Die Frau am Grill" macht den Test

Gefrorenes Fleisch grillen

Gefrorenes Fleisch grillen? Was soll das und funktioniert das überhaupt? Berechtigte Frage! Doch der eine oder andere dürfte sich diese Frage schon einmal gestellt haben, wenn am Sonntag überraschender Weise Besuch vor der Türe stand. "Die Frau am Grill" hat das Grillen von gefrorenem Rind, Schwein sowie Huhn für Sie getestet. 

Welches Fleisch wurde verwendet?
Für den Test standen eine Scheibe Roastbeef (3 cm dick) und ein ganzes Stück Entrecote (1,2 kg) zur Verfügung. Beide Stücke vom Rind waren unmariniert. Des Weiteren wurden eine Hühnerbrust, eine Scheibe Schweinebauch sowie ein Nackensteak vom Schwein verwendet. Diese drei Fleischstücke wurden vor dem Einfrieren mariniert.

Gefrorenes Fleisch grillen: Alle FleischstückeMatthias Würfl

Welche Vorbereitungen sind notwendig?
Wer gefrorenes Fleisch auf den Rost legt, muss darauf achten, dass die Fleischscheiben sehr glatt sind. Sprich: Wellige oder leicht wellig eingefrorene Steaks eigenen sich nicht gut, da das Fleisch absolut waagrecht auf dem Rost aufliegen muss, damit die Hitze des vorgeheizten Rosts gleichmäßig ans Fleisch abgegeben werden kann. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Rindfleisch: Das ganze Stück Roastbeef für 3-4 Stunden anfrieren. Dann lassen sich mit einem großen und scharfen Messer ganz glatte Scheiben abschneiden. Diese müssen anschließend richtig durchgefroren werden.
  • Huhn & Schwein: Erst marinieren, auf einer geraden Unterlage platzieren, eine weitere gerade "Oberlage" daraufsetzen und von oben Beschweren. Im vorliegenden Test wurde dies mit Hilfe von Schraubzwingen gemeistert.

Gefrorenes Fleisch grillen: Glatte OberflächeMatthias Würfl

Welche Grillmethode wird verwendet?

  • Rindfleisch: Mit höchster Hitze um die 350 °C von beiden Seiten für jeweils rund 3 Minuten scharf angrillen. Danach bei 130-140 °C in der indirekten Hitze gar ziehen lassen. Die angestrebte Kerntemperatur war 55-56 °C (medium).
  • Huhn & Schwein: Bei rund 220-240 °C in der direkten Hitze grillen. Die angestrebte Kerntemperatur ist hierbei natürlich höher als beim Rindfleisch, da Schweine- und Hühnerfleisch meist nicht medium serviert wird, also rund 75 °C.

Die Ergebnisse

  • Grillprozess: Hierbei gab es keinerlei Probleme. Aber: Die Garzeit hat in allen Fällen wesentlich länger gedauert als bei nicht-gefrorenem Fleisch.
  • Optik: Das Rindfleisch machte von außen einen eher ledrigen Eindruck, was sich aber beim Probieren nicht bestätigte. Teile davon waren sogar kross. Huhn und Schweinefleisch hätten sogar noch ein wenig mehr Farbe haben können, wurden aber beim Erreichen der Kerntemperatur vom Grill genommen.
  • Konsistenz: Beim Rindfleisch in beiden Fällen sehr gut: Saftig und zart. Beim Huhn ebenso, das Schweinefleisch war teilweise ein wenig wässrig. Gut also für alle, die es gerne saftig mögen.

Das Fazit

  • Zeitaufwand: Übermäßig groß! Zum einen muss beim Einfrieren auf die glatte Oberfläche geachtet werden, was einiges an Arbeitszeit mit sich bringt. Zum anderen verlängert sich durch das Einfrieren die Grillzeit.
  • Energieaufwand: Fleisch einfrieren und eingefroren halten kostet Energie, ebenso wie die längere Grillzeit. In Zeiten des viel diskutierten Klimawandels und des damit verbundenen Umweltschutzes ist es eher ratsam, Fleisch frisch zu kaufen und zu grillen.

Autor: ichkoche.at & Die Frau am Grill

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