Alternative Pflege zum Pflegeheim

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Moderator: Ulrike M.

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barkholzkorinna
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Alternative Pflege zum Pflegeheim

Beitrag von barkholzkorinna - Mo Feb 22, 2021 11:20 am

Hallo zusammen,
ich wünsche euch an erster Stelle mal noch einen guten Start in die neue Woche! Ich war letzte Woche mit den Kindern bei meiner Mutter zu Besuch. Aufgrund von Corona haben wir uns alle schon sehr lange nicht mehr gesehen und da die Kids jetzt Ferien hatten und zuvor schon lange keine Fremden mehr gesehen haben, haben wir beschlossen sie zu besuchen. Meine Mutter kommt für ihr Alter auch wirklich noch einigermaßen gut zurecht. Allerdings hat sie mir von einer Ihrer Freundinnen erzählt, bei der das nicht mehr der Fall ist und die daher jetzt in ein Pflegeheim muss. Das wäre für meine Mutter jedoch ein Albtraum und daher dachte ich mir, ich erkundige mich jetzt einfach schon Mal was es für Alternativen gäbe. Meine Mutter wohnt in einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Regensburg und ich dachte mir, dass vielleicht jemand von euch ein ähnliches Problem mit seinen Eltern haben könnte. Habt ihr Tipps/Empfehlungen?

Ulrike M.
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Re: Alternative Pflege zum Pflegeheim

Beitrag von Ulrike M. - Mo Feb 22, 2021 3:40 pm

Hallo,

Nun, wir (mein Bruder und ich) haben bis Anfang Jänner zusammen mit unserem Vater in einer Wohnung gelebt. Papa starb dann zwei Tage vor seinem 93. Geburtstag, nachdem er eineinhalb Tage im Krankenhaus zubringen musste.
Er war bis zuletzt geistig voll aktiv, saß noch vier Tage vor seinem Tod stundenlang am Computer und hat sich dann mit uns über das Gelesene unterhalten.
Warum ich das schreibe? Ich glaube, dass das Zusammenleben mit jüngeren Menschen für ihn (und wahrscheinlich für die meisten alten Menschen) ideal war, er bekam täglich Impulse und kochte nicht in seinem eigenen Saft, bekam das zu essen, was ihm immer schon geschmeckt hat (das war ihm wichtig) usw. Insofern war das sicher das Optimum, allerdings haben wir erst nach seinem Tod realisiert, wie viel Energie von uns in seine Betreuung gegangen war. Zuletzt war er so schwach geworden, dass ich mir zu Hause eine weitere Pflege nicht mehr vorstellen hätte können.

Die zweite Variante wäre wohl die 24-Stunden-Pflege. Da kann man Glück haben und tolle Pfleger bekommen, aber es können auch Nieten dabei sein. Meine Freundin hat seit Jahren eine 24-Stunden-Pflege zuerst für ihre Eltern, jetzt nur mehr für ihre Mutter (der Vater ist verstorben) und sie hat genau diese Erfahrungen gemacht. Jetzt während der Pandemie war die Sache auch nicht gerade einfach: Darf die Pflegerin kommen? Wird die Pflegerin kommen? usw.

Dann bleibt das Pflegeheim. Auch da gibt es verschiedene und es wäre sicher gut, wenn man sich im Vorfeld umsehen und einen Platz sichern könnte. Auf jeden Fall sollte die erste Zeit (etwa ein Monat) Probezeit sein. Man hört Gutes und Schlechtes von den Heimen.

Es bleibt immer die Entscheidung der Betroffenen, der alten Menschen und ihren Angehörigen. Die müssen das entscheiden, alle anderen können maximal ihre Erfahrung einbringen.

Ich wünsche euch den richtigen Weg,
Uli
Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot.

claaseigenwilli
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Re: Alternative Pflege zum Pflegeheim

Beitrag von claaseigenwilli - Mi Feb 24, 2021 8:55 am

@Ulrike M. erstmal mein herzliches Beileid zum Tod Ihres Vaters. Aber das klingt nach einem sehr schönen Lebensabend, den er mit Ihnen verbringen durfte. Für ein Pflegeheim würde ich mich wahrscheinlich im Moment noch aus Infektionsschutzgründen nicht entscheiden. Ich fand es sehr erschreckend, wie viele Leute sich in Pflegeheimen infiziert haben und dann auch verstorben sind. Wenn alle irgendwann geimpft sind, ist das natürlich wieder was anderes. Aber ich persönlich würde wahrscheinlich eine Pflege in der gewohnten Umgebung vorziehen. Ich würde mir das für später so wünschen, aber ich hänge auch einfach sehr an meinem Haus.
Ich wünsche euch auf jeden Fall ebenfalls Kraft für die richtige Entscheidung.

IngeSkocht
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Re: Alternative Pflege zum Pflegeheim

Beitrag von IngeSkocht - Mi Feb 24, 2021 9:00 am

@Uli mein Beileid an dich und deinen Bruder

Wir hatten damals bei meinen Vater eine 24 Std Hilfe aus Polen. (2 Med Studenten ) die alle 2 Wochen getauscht haben und das hat super funktioniert.
Man muss auch bedenken, dass man die Räumlichkeiten auch hat, also ein eigenes Zimmer für die Hilfe.

Bei meiner Mama hatten wir dann 2 Med Studentinnen aus Wien, die hatten sich entweder 1x die Woche oder alle 14 Tag abgewechselt. ....auch das hat super funktioniert.

Wir hatten da grosses Glück dabei muss auch dazu sagen, dass wir sie von keiner Agentur hatten, sondern privat.

Meine Schwiegermutter war wieder in einem Pflegeheim der Stadt Wien 4 Jahre lang ,wir hatten sie damals mit 92 dort untergebracht, weil es zu hause nicht mehr funktioniert hat und da hatten wir auch wieder ein Glück, sie hatte sich sehr wohlgefühlt.

Aber ich weiß ,es ist nicht immer so. .... man sollte sich halt alles genau anschauen und dann entscheiden.

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Re: Alternative Pflege zum Pflegeheim

Beitrag von freudenbergerje - Mi Feb 24, 2021 2:58 pm

Hallo zusammen und einen schönen Nachmittag wünsche ich euch,
ich finde es stark, dass ihr hier eure Geschichten so mit uns teilt. Ich finde es nämlich super wichtig, dass man sich auch früh genug darüber unterhält, was die Wünsche der betroffenen Personen im Alter sind. Für manch einen würde es nämlich vielleicht nie in Frage kommen, eine Pflegekraft bei sich in den eigenen 4 Wänden auf zu nehmen.
Bei meinen Eltern ist genau das aber aktuell auch der Fall. Geistig sind sie beide voll da aber körperlich schaffen sie vieles alleine nicht mehr. Wir haben auch eine 24 Stunden Pflegekraft für sie organisiert da ein Pflegeheim keine Option für sie war. Glücklicherweise hatten sie auch super Glück und kommen mit ihren Pfleger*innen super zurecht. Am Besten du sprichst das nächste Mal einfach offen mit deiner Mutter über ihre Vorstellungen wie es weiter gehen sollte, wenn sie alleine mal nicht mehr so viel kann wie jetzt.

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Re: Alternative Pflege zum Pflegeheim

Beitrag von claaseigenwilli - Do Feb 25, 2021 9:16 am

Guten Morgen noch mal von meiner Seite,
ich sehe das auch so. Ich denke jeder Mensch stellt sich seine letzten Jahre anders vor und es ist einfach wichtig, dass man über diese Vorstellungen und Wünsche spricht und schaut, was man wie umsetzten kann. Ich meine auch die finanziellen Dinge müssen dabei berücksichtigt werden weil sich so eine 24 Stunden Pflegekraft mit Sicherheit auch nicht jeder leisten kann. Ich denke dir wurden hier jetzt einige Möglichkeiten genannt und ihr müsst jetzt einfach selber ein bisschen näher recherchieren und schauen welche Option die Beste wäre. Ich meine früher war es gang und gebe, dass man sich selber um die Älteren kümmert aber das ist heute einfach nicht mehr so möglich.

barkholzkorinna
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Re: Alternative Pflege zum Pflegeheim

Beitrag von barkholzkorinna - Fr Feb 26, 2021 7:39 am

Vielen vielen Dank für eure Geschichten und Tipps, das hilft mir schon sehr viel weiter. Ich werde auf jeden Fall das Gespräch mit meiner Mutter suchen und sie fragen, was ihr denn am liebsten wäre. Ich kann mir schon denken, dass sie ein Altersheim eher ablehnend sieht und das ist ja auch in Ordnung. Ich finde es sehr beruhigend dass ihr so viele Geschichten geteilt habt, wo sich eine 24h Pflegekraft bewährt hat. Das wäre eigentlich auch mein Favorit, damit meine Mutter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben kann und sich trotzdem jemand gut um sie kümmern kann. Liebe Grüße an euch alle!

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