Griechenland und Balkanländer – kulinarische Urlaubserinnerungen

Wenn einer eine Reise macht.. dann hat er was zu erzählen. Wir wollen vor allem Ihre kulinarischen Tipps!

Moderator: Ulrike M.

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Ulrike M.
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Griechenland und Balkanländer – kulinarische Urlaubserinnerungen

Beitrag von Ulrike M. - Mi Mai 08, 2019 10:34 am

Zum Reisen gehört natürlich auch das Essen. Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen.

Nun waren wir im April zum ersten Mal in Griechenland und ich war schon neugierig, was wir da zu essen bekommen werden, was man in den Läden zu kaufen bekommt. Da wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, kochen wir viel selbst. So sehen wir auch naturgemäß das Angebot in den Läden, in denen die Bewohner der entsprechenden Länder selbst einkaufen.

In Griechenland haben wir leider nur zweimal in einem Gasthaus am Campingplatz gegessen. Diese beiden Male waren aber ausgesprochen fein. Zudem sprach die Besitzerin auch blendendes Deutsch, was die Kommunikation auch entsprechend erleichterte.

Auffällig war, dass es keine Speisekarte gab. Aretea, so stellte sich die Besitzerin vor, hörte von mir, dass es bei uns nicht Fisch und Meeresfrüchte geben dürfe. Jegliches Rind- oder Schweinefleisch essen wir jedoch gerne. Da die Küche beim Fleisch nur mit Rindfleisch kochte, gab es also kein weiteres Problem.

Beim ersten Mal bestellten wir als Vorspeise Tsatsiki und gebackene Melanzane. Diese waren besonders knusprig, da sie nur im Mehl gewälzt und dann in extrem heißem Fett herausgebacken waren. Aretea meinte, dass man auf Herden zu Hause (also nicht im Gasthaus) oftmals diese Hitze nicht schaffe.
Das Tsatsiki war wirklich fein, mit viel (jungem) Knoblauch. Der Fettanteil des Joghurts müsse entsprechend hoch sein, meinte Aretea.

Dann gab es Stiffado. Das ist ein Verwandter des Gulaschs, der von den Venezianern dereinst nach Griechenland gebracht wurde. Rindfleisch war hier mit Wurzelwerk und viel, viel Zwiebel geschmort. Beim Zwiebel eignen sich besonders gut Schalotten. Gewürzt wird auch mit etwas Zimt. Als Beilage gab es dazu gekochte Kartoffel.
Natürlich kam eine Karaffe mit kaltem Wasser auf den Tisch. Meine Männer tranken Hauswein, ich eine Limonade, die ich mir ordentlich verdünnte.
Als „Gruß vom Haus“ gab es nach dem Bezahlen noch drei kleine Stückchen Baklava, die doch recht süß war.

Am zweiten Tag nahmen wir wieder Tsatsiki und diesmal gebackene Melanzane, die uns noch besser schmeckten als die Zucchini vom Vortag.
Als Hauptgericht bekamen wir Giuvetsi, das ist wieder geschmortes Rindfleisch, das dann in einem Portionstöpfchen mit griechischen Reisnudeln (Nudeln in Form von Langkornreis) überschichtet und mit Käse überbacken wurde. Auch hier war mit etwas Zimt gewürzt.
Getränke gab es die gleichen wie am Vortag, auch bekamen wir wieder ein Stückchen Baklava.

Aretea bedauerte am zweiten Tag sehr, dass wir keinen Fisch essen. Sie hätte nämlich Fischsuppe, die sei soooo gut...

Nun zum Einkaufen:
Während es bei uns in jedem größeren Dorf zumindest einen kleinen Supermarkt am Dorfrand gibt, in dem man quasi „alles“ bekommt, findet man Supermärkte in unserem Sinne nur in Städten. Was in Dörfern unter dem Namen Supermarkt läuft, hat in uns Schmunzeln ausgelöst: Das waren ganz kleine Ein-Raum-Läden von vielleicht 30 m², oft auch mit einer Galerie, auf der z.B. Waschpulver war. Diese Winzigläden versorgen aber durchaus die Dorfbewohner, es gibt hier vor allem die Grundnahrungsmittel, Milchprodukte, Brot, Reinigungsmittel. In einem dieser Läden haben wir z.B. Baklava gekauft, die nicht ganz so süß war und von der Ladenbesitzerin selbst gebacken war. Obst und Gemüse kauft man im Gemüseladen oder am Straßenrand beim Produzenten. Jetzt im April gab es bereits frische Erdbeeren, Spinat wurde mit der Wurzel verkauft. Es gab andere Sorten grünen Salats als bei uns, die aber allesamt recht gut und knackig waren. Was mich wunderte: Spargel war kein Thema. Fleisch gibt es beim Fleischhauer, Brot und andere Backwaren – auch Süßes – oft in Cafés. Das Weißbrot hat uns sehr gut geschmeckt. Gebäck war sehr oft mit Zuckersirup übergossen und entsprechend (zu) süß. Typisches Ostergebäck aus Mürbteig in Ohren- oder Tulpenform haben wir auch probiert, das war sehr trocken. Vielleicht übergießen die Griechen auch mit Sirup, das konnte ich nicht herausfinden.

In den Supermärkten – so wir welche fanden – haben wir dann immer etwas auf Vorrat eingekauft, vor allem Fleisch und Wurst. Das Fleischangebot war ähnlich wie bei uns, nur gab es eben auch Schaffleisch. Kurz vor dem griechischen Osterfest lagen dann auch ganze geschlachtete Kitzlein in den Vitrinen – da werde ich zum Vegetarier. Wurst gab es vor allem Salamivarianten, auch Schinken wurde viel verkauft.

Unsere Anreise nach Griechenland erfolgte über Serbien. Da haben wir einmal an einer Raststätte an der Autobahn Burek genommen, der leider etwas trocken war. In Südserbien haben wir in einem Supermarkt eingekauft, da war das Warenangebot ähnlich wie bei uns.

Die Heimreise erfolgte entlang der Adria. In Albanien waren wir nur zwei Nächte und haben nicht eingekauft. Auf einem Campingplatz war auch ein Restaurant, das die Speisekarte ausgehängt hatte. Alles in allem war diese markant italienisch angehaucht.

In Montenegro haben wir dann erstmals herrliches Graubrot gekauft, ebenso wunderbare Konditorwaren, die wir auch in Kroatien immer wieder gesehen und teilweise gekauft haben. Ob es süßen Sünden (wegen der Hitze) im Sommer nicht produziert und verkauft werden, weiß ich nicht. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, dass ich bei sommerlichen Jugoslawien-Urlauben in meiner Jugend so etwas gesehen, geschweige denn bekommen hätte. Auch in Kroatien haben wir im Neretva-Delta vom Straßenrand herrliche Sachen mitgenommen: Olivenöl, Zitronat, Aranzini, eingelegte Zwiebelchen und Paradeiser. Außerdem hätte es noch getrocknete Feigen und Honig in allen Varianten gegeben.



Beste Grüße,
Uli
Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot.

ErikaB2018
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Re: Griechenland und Balkanländer – kulinarische Urlaubserinnerungen

Beitrag von ErikaB2018 - Mi Mai 08, 2019 10:50 am

Liebe Uli,
vielen Dank für die herrliche Schilderung deiner (kulinarischen) Eindrücke - da überkommt einen ja fast das Fernweh!
Liebe Grüße,
Erika

IngeSkocht
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Re: Griechenland und Balkanländer – kulinarische Urlaubserinnerungen

Beitrag von IngeSkocht - Mi Mai 08, 2019 1:14 pm

Hallo Uli

Danke für die ausführliche kulinarische Reise durch Griechenland und Balkanländer Info
LG Inge

insigna
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Re: Griechenland und Balkanländer – kulinarische Urlaubserinnerungen

Beitrag von insigna - Do Mai 09, 2019 4:38 am

Hallo Uli
Vielen Dank für diesen wunderbaren Urlaubsbericht. In Griechenland war ich auch schon einige Male und demnächst geht es nach Korfu, jedoch mit dem Flugzeug. Bei der griechischen Küche mag ich gerne Gerichte mit Schaffleisch und auch welche mit Spinat und bei den Nachspeisen mag ich den griechischen Orangenkuchen und natürlich auch Baklava. Ein Ouzo am Nachmittag ist auch ganz angenehm.
Liebe Grüße
Insigna

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Re: Griechenland und Balkanländer – kulinarische Urlaubserinnerungen

Beitrag von Mioljetta - Do Mai 09, 2019 5:23 am

Hallo
Vielen Dank für deinen interessanten Reisebericht. Da werden Urlaubserinnerungen wach, als ich mit meinen Eltern und später mit meinem Mann in Griechenland war. L.G.

Huma
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Re: Griechenland und Balkanländer – kulinarische Urlaubserinnerungen

Beitrag von Huma - Do Mai 09, 2019 9:05 am

Auch von mir ein herzliches Danke für diesen interessanten Reisebericht. Ich nehme auch gerne Gewürze und dergleichen aus dem Urlaub mit nach Hause.
LG HUMA

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