Ein Interview mit Jack Daniels Ur-Großnichte Lynne Tolley

Kochen und backen mit Whiskey

Whiskey trinken ist etwas Feines – die karamellfarbige Spirituose lässt sich aber auch wunderbar zum Kochen und Backen verwenden. Wir haben uns von der Ur-Großnichte des Destillerie-Gründers, Lynne Tolley, Tipps für die kulinarische Verwendung von Jack Daniel’s Whiskey geholt.

Wie der Whiskey in das Essen kam

Lynne Tolleys Mutter war als die beste Köchin im ganzen Ort bekannt, was dazu geführt hat, dass auch Lynne schon früh mit gutem Essen in Berührung kam und es zu schätzen lernte. So studierte sie Ernährung und begann während ihrer Studienzeit selbst zu kochen.

Auch das Kochen und Backen mit Whiskey wurde ihr in die Wiege gelegt. Die Jack Daniel’s Destillerie in Lynchburg, Tennessee, steht nämlich in einem sogenannten „Dry County“, in dem Alkohol zwar getrunken und produziert, aber nicht verkauft werden darf. Was liegt also näher, als den edlen Tropfen in das Essen zu schummeln?

Lynne Tolley tat das zuerst in ihrem Restaurant Miss Mary Bobo’s Boarding House Restaurant. Da Lynchburg ein kleiner Ort mit nur 600 Einwohnern ist, gab es kein Hotel, die Gäste wohnen also im Boarding House und teilen sich dort nicht nur das Badezimmer am Gang, sondern essen auch gemeinsam an einem langen Tisch. Jeder bekommt solange Nachschub, bis er satt ist – wie bei einem richtigen Familienessen. Da die Rezepte mit Whiskey so beliebt waren, sollten sie auch dem Rest der Welt nicht vorenthalten werden und sind ab sofort in Lynnes Jack Daniel’s Kochbuch für jedermann zugänglich.

Grillen im Winter

Echte Grill-Liebhaber scheuen auch vor kalten Temperaturen und Schnee nicht zurück. Das Wichtigste neben einer guten Glut: Die richtige Marinade. Dazu hat Lynne Tolley einen Tipp: Legen Sie ein Stück Fleisch ein paar Stunden in eine Marinade aus Jack Daniel’s Whiskey, etwas Knoblauch, Zwiebeln, Worcestersauce und Sojasauce ein (auch andere Gewürze können nach Belieben hinzugefügt werden) – da wird sogar das zäheste Stück Fleisch wunderbar zart.

Als Getränk dazu empfiehlt sie warmen Winter Jack, eine Mischung aus Apfelsaft, Zitrus, verschiedenen Gewürzen und natürlich dem typischen Whiskey-Aroma. Der Winter Jack basiert auf einem alten Rezept für ein Getränk aus Apfelsaft, Orange, Zitrone und Orangenzeste von Lynnes Großmutter. Neu dabei ist der Whiskey. Erfunden wurde diese Mischung übrigens extra für die Weihnachtsmärkte in Deutschland. Was wir nicht wussten: Der Winter Jack schmeckt auch im Sommer mit ein paar Eiswürfeln.

Tipps & Tricks zum Kochen und Backen mit Whiskey

Grundsätzlich kann man Whiskey sowohl für Herzhaftes, als auch für Süßes verwenden. Beim Kochen verdampft der Alkohol oder wird zumindest milder, der charakteristische Geschmack bleibt jedoch erhalten. Will man auf der sicheren Seite sein, den Whiskey einfach erst am Ende zu dem Gericht hinzufügen.

Whiskey eignet sich übrigens auch wunderbar zum Flambieren. Er kann allerdings auch einfach kalt, zum Beispiel in einem Obstsalat, verwendet werden. Weniger ist dabei mehr, denn der Geschmack von Whiskey sollte die Speisen unterstreichen und nicht dominieren (wie bei anderen Würzmitteln auch).

Lynnes Tipp: Einen eigenen Vanilleextrakt aus einer Flasche Jack Daniel’s Black Label und 3-4 aufgeschnittenen Vanilleschoten herstellen. Diese Mischung wird dann gut verschlossen und ein paar Wochen an einem dunklen Ort aufbewahrt. Einmal angesetzt, verfeinert das intensive Aroma Torten, Brownies, Cookies und alle anderen erdenklichen Speisen, für die man sonst auch Vanille verwenden würde.

Tipp der Redaktion: Wir durften vorab einen Blick in Lynne Tolleys Kochbuch „Jack Daniel’s Cook Book – Stories and Kitchen Secrets from Miss Mary Bobo’s Boarding House“ werfen. Es besticht durch bodenständige Südstaaten-Küche. Unsere Favoriten sind die Creamy Hominy Spinat Casserole, Miss Margaret's Best Southern Fried Chicken sowie die berühmten Baked Lynchburg Candied Apples.

Autor: Iris Kienböck / ichkoche.at

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