Sommertrend: Roséwein

Drink Pink

Seit etwa fünf Jahren erlebt der Roséwein eine Renaissance und ist wieder in aller Munde. Seine rosa Farbe erfreut unser Auge und sein fruchtiger Duft verzaubert unsere Nase. Der Trend erstreckt sich vom Roséwein bis hin zu den Roséschaumweinen.

Wie entsteht der Rosé?
In meiner Jugend hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, ich sah einem Gastronomen in meinem damaligen Urlaubsort zu, wie er Roséwein machte: er nahm eine Flasche Weißwein und eine Flasche Rotwein, goss die beiden Weine in eine Karaffe und servierte den Gästen seinen Roséwein. Nach diesem Erlebnis war es nicht verwunderlich, dass die Roséweine fast von den Weinkarten und Weinregalen verschwunden waren.

Roséweine sind in Wirklichkeit hellfarbige Weine, welche aus roten Trauben produziert werden. Die Vinifikation ist ident mit der der Weißweinherstellung. Die Beeren lagern jedoch nur wenige Stunden auf der Maische, um die Farbe auszubeuten. Je nach Dauer der Maischelagerung und der verwendeten Rebsorte erhält der Rosé eine Farbintensität, welche von Lachsfarben bis Kirschrot reichen kann. Wenn die gewünschte Farbe und die Aromenausbeute erreicht sind, werden die Trauben gepresst und gekühlt vergoren. Die helleren Roséweine, wie z. B. Weißherbst in Deutschland, haben kurze Maischestandzeiten, die intensiveren Rosés lagern bis zu 48 Stunden auf der Maische und leuchten in einem hellen Kirschrot. Diese Varianten entstehen zumeist bei der Rotweingewinnung, wo die sogenannte „Saignée-Methode“ angewendet wird. „Saignée-Methode“ bedeutet, dass der Rotweinmaische ein Teil, meist 10-15 % des Mostes entzogen wird, um den verbleibenden Rotwein zu konzentrieren. Dieser Saftabzug wird wie Weißwein weiterverarbeitet und daraus entsteht der köstliche Roséwein. Der Ausbau erfolgt zumeist in Edelstahltanks.

Wie schmeckt Rosé?
Die Weine zeichnen sich durch ihre Primärfrucht aus und kommen im jugendlichen Stadium auf den Markt. Die Rosés duften nach allerlei roten Beeren und Früchten, ob Kirsche, Himbeere, Erdbeere oder Johannisbeere, dies ist vor der Aromenvielfalt der Rebsorte abhängig. Die Weine weisen im Vergleich zu den Rotweinen eine höhere, knackige Säure auf, die eine wunderbare Lebendigkeit verleiht. Zumeist sind die Rosés im mittleren Alkoholbereich ausgebaut und laden zum Genießen ein. Gerbstoffe sind bei diesen Weinen nicht erwünscht, deshalb ist der Kontakt mit den Schalen nur solange erwünscht, bis die knackige Roséfarbe erreicht ist, aber die Tannine noch nicht ausgelaugt wurden.

Wozu passt Rosé?
Eine wunderbare Kombination ist Gegrilltes und Rosé. Saftige Koteletts, Grillwürstel, Steaks, Lamm, Geflügel oder Fisch mit gegrilltem Gemüse, Dipsaucen, Folienkartoffel und eine Hand voll Kräuter zum Würzen, dies sind die idealen Partner für Rosés. Der Wein erinnert in seinem Bukett an Rotwein, im Geschmack an Weißwein, ist jedoch nicht so säurebetont wie mancher Weißwein und somit universell einsetzbar. Man trinkt ihn am besten gut gekühlt, er schmeckt leicht und erfrischend und mit seinen Aromen bildet er eine wunderbare Harmonie zu den verschiedenen Gerichten. Natürlich kann Rosé auch das ganze Jahr über getrunken werden, aber den meisten Spaß macht er selbstverständlich im Sommer.


Neben den österreichischen Roséweinen werden in allen Weinbauländern Rosévarianten aus den verschiedenen Rotweintrauben der Weinbaugebiete produziert. Das bekannteste Roséweingebiet ist die Provence in Frankreich, wo er nie an Bedeutung verloren hat. Die Kombination der provenzialen Küche mit Roséweinen ist eine Gaumenfreude sondergleichen.

Die Roséschaumweine beginnen beim Schilcher Frizzante oder Sekt und gipfeln im exclusiven Rosé Champagner.

Think pink and drink pink!

Mehr zu unserer Weinakademikerin und Diplom-Käsesommelière Elisabeth Eder


Autor: Elisabeth Eder

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