Zitrusfrüchte

Rund und Gesund

Zitrusfrüchte

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Wenn’s draußen grau und kalt wird, laden die gelb-orangenen Leuchtkugeln ein zum saftigen Sonnfruchtfest. Ganze fünf Monate - von November bis März - verwöhnt die quietschfidele Zitrustruppe Gaumen und Wohlbefinden und gibt dem Winterblues so richtig Saures.



Stimmung rauf
Um den wichtigen Eiweißbaustein Tyrosin in den Glücksbotenstoff Serotonin umwandeln zu können, braucht der Körper Vitamin C und Kohlenhydrate – davon haben Zitrusfrüchte eine geballte Ladung zu bieten! Steigt der Serotoninspiegel im Körper, steigt auch unser Stimmungsbarometer. Somit sind die Früchte mit den fröhlichen Sonnenfarben wahre Glücksbringer und schon für sich ein hervorragendes Mittel gegen winterliches Frustfuttern

Krankheit in die Vergangenheit
Zitrusfrüchte - vor allem Orangen - sind in den Wintermonaten der Toplieferant für Vitamin C: In 100 Gramm stecken rund 40 Milligramm. Sie stärken besonders in der kalten Jahreszeit das Immunsystem und schützen so vor Grippe und Erkältungen. Schon zwei Orangen am Tag reichen, um den Vitamin C-Bedarf des Körpers zu decken und das Immunsystem fit zu halten.

Vitamin C pro 100 g Frischware:
• Zitrone 53 mg
• Orange 50 mg
• Grapefruit 44 mg
• Limette 44 mg
• Mandarine 32 mg

Zitrusfrüchte enthalten außerdem zellschützende Bioflavonoide. So liefern rosa Grapefruits und Mandarinen wertvolle Carotinoide für Haut, Augen und gesundes Zellwachstum (Krebsschutz).

Kleines „who is who“ der Zitrusfrüchte
Von „Grünschnabel“ bis „Vollblut“ ist alles dabei:

Limette Je nach Herkunft auch Limone genannt. Das grasgrüne, dünnschalige Zitrusmini aus den Tropen erreicht kaum die Größe eines Golfballs und betört durch sein intensives Schalenaroma und das herbsäuerliche Fruchtfleisch - ideal zum Würzen von exotischen Gerichten oder Fisch. Das fast kernlose Fruchtfleisch ist fast doppelt so saftig wie das der Zitrone. Quetschen lohnt sich also– aber nur bei frischen Limetten. Da die Schale oft mitverwendet wird - ein Muss im Klassikercocktail „Caipirinha“ -, sind Limetten meist unbehandelt. Dadurch altern sie schneller: das Fruchtfleisch wird saftlos und verliert seine feine Säure.

Zitrone Schälerfolg ohne Messer nahezu aussichtslos, Geschmack quietschsauer und, während sich Gaumen und Mundwinkel unvermeidlich zusammenziehen, tummelt sich zu allem Übel auch noch eine gehörige Portion Kerne im Mund. So kennen wir unsere leuchtgelben Zitronen. Weshalb wir uns allenfalls im Rahmen von „schlank & gesund“-Tipps zum Genuss ebendieser hinreisen ließen. Besonders sauer sind unreif geerntete Zitronen mit grünlichem Schimmer. Dafür haben Zitronen einen sehr hohen Saftgehalt - prima zum kernkontrollierten Verfeinern von süßen und herzhaften Speisen, als „Heiße Zitrone“ oder i-Tüpfelchen im Tee.

Mandarine Von hellorange mit grünen Sprenkeln auf der Schale bis tieforange eröffnen diese förmlich geplätteten Aromakugeln die Zitrussaison. Sie schmecken herrlich süß und lassen sich kinderleicht schälen.
Gewusst? „Mandarine“ ist eigentlich eine Zitrussorte für sich. Heute ist sie aber zu einem Sammelbegriff für eine ganze Palette von Zitrusfrüchten geworden. Der Grund: Echte „ Mandarinen“ enthalten 15 bis 20 Kerne pro Stück. Diese unbeliebte „Zutat“ haben Züchter durch Kreuzung erfolgreich gebändigt. Die meisten Neuzüchtungen schmecken zwar süß, enthalten aber wenig Säure, weswegen sie im Aromavergleich hinter dem Original rangieren.
Achten Sie beim Kauf auf unbeschädigte, feste Früchte.

Grapefruit Die große, herb-säuerliche Frucht hat, je nach Züchtung gelbes oder rosa Fruchtfleisch. Die Standart-Sorte ist die hellgelbe „Marsh“, bei den rosa Früchten sind es „ Ruby Red“ und „Star Ruby“. Sie schmecken etwas milder als ihre gelben Schwestern. Wegen ihrer dicken Schale eignen Grapefruits sich vor allem zum Auspressen oder -löffeln. Letzteres könnte ins Auge gehen, denn Grapefruits sind außerordentlich spritzfreudig.
Gewusst? Eine Grapefruit ist keine Pampelmuse, sondern vermutlich eine Kreuzung aus Orange und Pampelmuse. Echte Pampelmusen sind bei uns kaum erhältlich und können bis zu sechs Kilo wiegen, so viel wie der deutsche Bundesbürger Orangen pro Jahr isst. Pampelmusen schmecken, je nach Sorte, sehr süß bis sehr sauer. Eine Kreuzung aus Grapefruit und Pampelmuse sind die süße “ Sweetie“ und die süß-säuerliche „Pomelo“.

Orange
Die Hauptsaison beginnt mit so genannten Blondorangen mit hellem, gelborangem Fruchtfleisch wie „Navel“. Dann folgen Blutorangen. Man unterteilt sie in Vollblutorangen (z.B. die bitterwürzige „Moro“: Schale und Fruchtfleisch rot) und Halbblutorangen (z.B. die mild-säuerliche „Tarocco“: Schale gelb-rötlich, Fruchtfleisch rot). Die Färbung wird durch den roten Farbstoff Anthocyan ausgelöst. Je niedriger die Temperaturen während der Reifung der Blutorange, desto roter wird die Farbe.

Bio- gegen konventionelle Ware - was ist besser?
Oft werden Zitrusfrüchte zum besseren Schutz vor Verderb mit einem künstlichen Wachsfilm und Antipilzmitteln überzogen. Erlaubt sind Thiabendazol (E233), Biphenyl (E230) sowie Orthophenylphenol (E231), die sich im Tierversuch als Krebs erregend erwiesen. Diese Behandlung muss gekennzeichnet werden. Doch die Realität sieht häufig anders aus wie aktuelle Tests verschiedener Lebensmitteluntersuchungsämter zeigen. Im Handel werden immer wieder behandelte Zitrusfrüchte mit dem Vermerk „ohne Konservierungsstoffe“ angeboten. Bei manchen Früchten wurden die zulässigen Höchstmengen überschritten.

Gerade wenn die Schale mitverzehrt werden soll, ist es besser, auf Ware aus ökologischem Landbau zurückzugreifen. Beim Anbau von Bio-Zitrusfrüchten wird grundsätzlich auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet. Das bestätigten auch die Ergebnisse der Untersuchungen. Allerdings ist bei Öko-Ware rascher Verzehr ratsam, da sie schneller verderben und auch der Gehalt an Vitamin C schneller schwindet als bei konventioneller Ware.

Lagerung
Damit Ihre Zitrusfrüchte lange halten und möglichst wenig an Aroma und Geschmack einbüßen, sollten Sie, sie immer im kühlen Keller oder im Gemüsefach des Kühlschranks lagern. Bei fünf bis acht Grad halten sie sich etwa eine Woche frisch. Um Schimmelpilzen keine Chance zu geben, Früchte immer wieder durchsortieren und trocken aufbewahren. Am besten in eine Holzkiste legen oder in ein trockenes Tuch wickeln. Mandarinen sind besonders empfindlich: Sie können bereits nach wenigen Tagen im Kühlschrank austrocknen und verlieren dann ihren Geschmack. Clementinen, Grapefruits und Zitronen haben eine dickere Schale und halten sich darum selbst bei Zimmertemperatur bis zu zwei Monate frisch.

Autor: BCM | 14. 1. 2010 |
 
 

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