Pfeffer
(Piper nigrum)
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Eine kleine Kulturgeschichte des Pfeffers
Das Würzen mit Pfeffer hat eine jahrtausendelange Tradition. So dürfte er durch Alexander den
Großen im 4. Jh. v. Chr. in den römisch-griechischen Raum Eingang gefunden haben und ist seitdem
nicht mehr aus der europäischen Küche wegzudenken. Im Gegensatz zu vielen anderen in späteren
Jahrhunderten nach Europa gelangten Gewürzen, die lange Zeit absolute Luxusgüter waren, war der
Pfeffer aber schon in römischer Zeit ein durchwegs nicht nur der Elite vorbehaltenes Würzmittel. So
würzten dir Römer fast alles – auch Süßspeisen und Wein – mit Pfeffer. Erst im Mittelalter
entwickelte sich der Pfeffer doch schließlich zum elitären Gut und wurde sogar so rar und wertvoll,
dass er Zahlungsmittel oder als Mitgift diente. Da man aber nicht auf die wunderbar scharf-würzige
Note bei den Speisen verzichten wollte, wusste man sich anders zu helfen: Paradieskörner, mit
Ingwer verwandte Samen, wurden so zum Ersatzmittel für diesen beliebten Bestandteil jedes
Gerichtes.
Biologisches
Wer dorthin geht, wo der Pfeffer wächst, der sieht, dass diese bis zu 10 m hohe immergrüne
Kletterpflanze kurze Blätter hat und ihre Früchte an herabhängenden Ähren trägt. Im unreifen
Zustand sind die Pfefferkörner daran grün, reif sind sie rot. Je nachdem, welche Farbe der Pfeffer
nun haben soll, unterscheiden sich die Ernte- und Verarbeitungsmodalitäten. Grünen Pfeffer erntet
man im unreifen Zustand und trocknet oder legt die Körner sogleich ein. Schwarzen Pfeffer erntet
man zwar auch grün, die Körner bleiben aber an der Ähre und man trocknet sie im Ganzen. Erst dann
werden die Körner von der Ähre getrennt. Weißen Pfeffer wiederum erhält man, wenn die Körner im
reifen roten Zustand geerntet und dann nach einem Gärungsprozess von einem Teil ihrer Schale
getrennt werden.
Für Körper und Gesundheit
Das scharfe Gewürz gibt nicht nur jedem Gericht den sprichwörtlichen nötigen Pfeffer, sondern
hilft auch – wie viele Gewürze –, dieses nach dem Genuss auch gut zu verdauen. So werden durch ihn
die Speichelproduktion und die Verdauungssäfte angeregt. Er wirkt auch antibakteriell,
entzündungshemmend und regt den Appetit an.
Worauf muss ich beim Kochen achten
Vergessen sie fertig gemahlenen Pfeffer – kein solches Produkt kommt an Würze, Schärfe und
Geschmacksintensivität auch nur im Geringsten an frisch gemahlenen Pfeffer heran. Dieser entfaltet
sein Aroma verständlicherweise am besten, wenn man ihn ganz zum Schluss über die Speise mahlt. Wer
es lieber subtiler hat, kann auch ganze Pfefferkörner mitkochen und – wenn man sie z.B. in einem
Leinensäckchen mit anderen Gewürzen zusammen hinzufügt – vor dem Servieren leicht und schnell
entfernen. Eingelegter ganzer Pfeffer ist nicht jedermanns Sache, gibt aber dem Gericht, ebenfalls
eher gegen Ende des Kochvorgangs hinzugefügt, ebenfalls eine charakteristische Note, die aber über
die übliche Pfeffernote hinausgeht.
Rezepte zum Probieren
Pfefferkarpfen mit Wurzelgemüse
Lachsschnitte auf grüner Pfeffersauce
Pfeffersteak
Pikant gebratene Pfeffer-Garnelen
Rehfilet mit Kürbiskernkruste und
Pfeffer-Marillen







