Minze

(Mentha piperita)

Minze

© Eldin Muratovic Fotolia.com

Eine kleine Kulturgeschichte der Minze
Als Jupiter bei dem alten Pärchen Philemon und Baucis zu Besuch war, verwendete Baucis nichts anderes als Minze, um den Tisch zu säubern und Wohlgeruch zu verbreiten. Aber schon lange bevor Ovid diese Geschichte verfasste, waren bestimmte Minzarten fixer Bestandteil der kulinarischen bzw. aromatischen Welt der Antike. So gab es bereits im mykenischen Griechenland des 2. Jt. v. Chr. ein Wort für Minze, Griechen und Römer wussten nicht nur von seinem Geschmack, sondern auch schon von seinen heilenden Wirkungen. Und dieses Wissen ging auch in späterer Zeit nicht verloren: So war beispielsweise Hildegard von Bingen von dem Kraut ebenso angetan, wie wir es heute sind, wenn wir einen Pfefferminzkaugummi kauen oder man in England einen frischen Minztee zum Afternoon Tea genießt.

Biologisches
Von den zahlreichen verschiedenen Minzarten ist in unseren Breiten die Pfefferminze wohl am bekanntesten und beliebtesten. Dabei handelt es sich um das Ergebnis einer Kreuzung aus der Ähren- und der Wasserminze, die Ende des 17. Jh.s in England entdeckt wurde. Die mehrjährige Pflanze kann bis zu 80 cm hoch werden und trägt zarte rosa-violette Blüten. Den charakteristischen Duft verströmen aber ihre spitzzulaufenden und wie gesägt wirkenden Blätter. Andere Minzarten unterscheiden sich in Blattform, Behaarung und dem Aussehen der Blüten nach. Bekannte Verwandte sind u.a. die Krauseminze, die v.a. in England sehr beliebt ist, ebenso die Orangen-, Grüne oder auch die Kärntner Minze

Für Körper und Gesundheit

Nicht umsonst wurde die Pfefferminze 2004 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Während sie in unserer Küche keine umwerfend große Rolle spielt, ist das in ihr enthaltene ätherische Mentholöl in vielen Bereichen sehr beliebt: Besonders seine Wirkung bei Verdauungsbeschwerden ist allgemein bekannt und höchst geschätzt. So regt ihr Genuss die Gallenfunktion an, hilft bei Magenverstimmungen und unterstützt die Leber. Ebenso wirksam ist das antiseptisch wirkende Öl aber auch für frischen Atem und die Mundhygiene. Angenehme Erleichterung bietet das Mentholöl, das übrigens meist aus Ährenminzen gewonnen wird, auch bei Atemwegserkrankungen und Kopfschmerzen. Alles in allem hat die Pflanze die ihr zuerkannte Ehre also mehr als verdient!

Worauf muss ich beim Kochen achten

In England ist die mintsauce ja berühmt berüchtigt. In unserer heimischen Küche ist die Verwendung von Pfefferminze zwar nicht so berühmt, dafür aber auch wahrlich nicht berüchtigt. Neben seiner Rolle als beliebtes Dessertkräutlein, erlebt die Pfefferminze aufgrund ihrer kühlenden Wirkung bei uns v.a. im Sommer ein Hoch in Form von Eis, Sorbets und frischen Getränken. Verwendet man sie hingegen als Würzkraut in einem Gericht sollte man sie sparsam dosieren, da ihr markanter Geschmack leicht andere Nuancen überdeckt.

Rezepte zum Probieren

Erdbeer-Minze-Sorbet
Gefüllte Reisteigblätter mit Garnelen und Minze
Melanzani mit Minze
Minzeblättchen
Orangen-Minze-Joghurt
Lammreinkalan mit Minzesauce

Autor: Helene Wagner | 3. 3. 2008 |
 
 

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