Lorbeer
(Laurus nobilis)
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Eine kleine Kulturgeschichte des Lorbeers
Apollon, der griechische Gott der Künste, der Musik und der Weissagung, verliebte sich einst
so sehr in die schöne Nymphe Daphne, dass er auch nicht davor zurückschreckte, sie aufs Heftigste
zu bedrängen. Um ihm zu entkommen, bat Daphne darum, ihrer menschlichen Gestalt beraubt zu werden –
und so wurde aus ihr der Lorbeerbaum. Auch wenn dieser Mythos nicht unbedingt das positivste Licht
auf die aromatische Pflanze wirft, so zeigt er doch deutlich, wie wichtig Lorbeer bereits in der
Antike war – schließlich war er die offizielle Pflanze Apollons und somit eng mit Orakeln
verbunden. Im alten Rom auch als Zeichen siegreicher Feldherren verwendet, hatte es aber auch eine
wesentlich alltäglichere Aufgabe: als eine Art Backpapier sorgte eine Lage der Blätter dafür, dass
Kuchen nicht anklebten – und gaben den Gerichten einen weit würzigeren Geschmack. Heute hat man
dafür zwar andere Mittel, die Verwendung dieses – auch von Karl dem Großen oder Hildegard von
Bingen höchst gelobten – Kräutleins in der Küche ist aber bis heute nicht abgebrochen.
Biologisches
Der Lorbeerbaum ist ein immergrünes Gewächs. Der Strauch oder Baum wird bis zu 10 m hoch und
hat grüne, ledrige Blätter, die rund 10 cm lang sind und die Form von Lanzen haben. Lorbeerbäume
blühen weiß-gelb und tragen dunkle Früchte. Während diese Früchte in römischer Zeit neben den
Blättern als Würzmittel sehr beliebt waren, werden heutzutage fast nur noch die dunkelgrünen
Blätter mit dem gewellten Rand verwendet. Geerntet können die Lorbeerblätter das ganze Jahr über
werden, allerdings lieben diese Pflanzen südliches Klima – wie im Mittelmeerraum, wo die Pflanze
auch herstammt – sehr.
Für Körper und Gesundheit
Schon Hildegard von Bingen riet bei Magenproblemen zu Lorbeer, ebenso wurde er als
Nierenmittel verwendet. Diese Anwendungsgebiete haben sich bis heute nicht geändert: So gilt
Lorbeer auch heutzutage als appetitanregendes Mittel, das die Verdauung anregt. Auch das Öl, das
aus den Blättern gewonnen wird, hilft bei Verdauungsbeschwerden. Das Einreiben mit Lorbeeröl soll
sich auch bei Prellungen oder Verstauchungen als hilfreich erweisen. Zudem vertreibt der Duft
dieses Gewürzes Insekten.
Worauf muss ich beim Kochen achten
Das herb-würzige Aroma von Lorbeer erinnert leicht an Kampfer. Der Kraft seines Geschmackes
wegen sollte man eher sparsam mit Lorbeer umgehen - meist reichen schon ein oder zwei Blätter, um
ein Gericht zu aromatisieren. Dabei werden frische Blätter genauso verwendet wie getrocknete, und
zwar, indem man sie ¬– als ganzes Blatt hinzugefügt – einfach mitkocht. Gemahlenen Lorbeer sollte
man erst gegen Ende der Zubereitung hinzufügen, da sonst die charakteristische Geschmacksnote
verfliegt.
Rezepte zum Probieren
Altwiener Suppenhuhn
Gekochte Kalbsschulter mit Semmelkren
Geschmortes Wildschwein in Hetschepetschsauce
Gewürzreis
Sauerkraut







