Leinöl - Öl gewonnen aus Flachs

Für Fugger und Feinschmecker

Leinoel

© Kurt Micheal Westermann

Flachs, aus dessen Früchten das Leinöl gewonnen wird, gehört zu den ältesten und interessantesten Kulturpflanzen der Menschheit. In der Bibel wird eine Flachsmissernte zu den sieben Plagen gezählt, die die Ägypter heimsuchten. Schon die Totentücher der Pharaonen wurden aus Leinengarn gewebt, und seither ist das Nebeneinander des schmackhaften Leinsamens und edler Textilien über die ganze Welt verbreitet.

Um das Jahr 1100 beschreibt der Mönch Theophilus, wie aus Leinsamen Öl gewonnen wird.

Karl der Große, wie auch andere deutsche Kaiser und Könige, hat den Leinanbau zwecks Ölgewinnung in Mitteleuropa stark gefördert.

Lein war bis ins 20. Jahrhundert der wichtigste Grundstoff für die Herstellung von Tuch. Die mächtige Handelsfamilie Fugger wurde durch den Leinenhandel reich. Und im Mühlviertel, einer alten Hochburg des Textilhandwerks, wird bis heute das vielseitig verwendbare Öl aus der Leinsaat gepresst und erfreut sich allmählich auch außerhalb des Mühlviertels wieder größerer Beliebtheit.

Von allen pflanzlichen Ölen enthält Leinöl den mit Abstand höchsten Anteil dreifach ungesättigter Fettsäuren (Linolsäure: 16–25 % und Linolensäure: 40 bis 62 %). Leinöl fehlt aufgrund der damit verbundenen wohltuenden Wirkung auf Verdauungs- und Atmungsorgane, vor allem aber auch bei Verdauungsstörungen, Gallenleiden, Gürtelrose, Schuppenflechte, Hühneraugen, Krampfadern und Warzen, in keiner Mühlviertler Hausapotheke.


Probieren Sie gleich ein Rezept aus: Schindlforelle mit Leinölerdäpfeln


Weitere exquisite Rezepte mit Leinöl finden Sie im Buch "Feinste Öle" von Christoph Wagner und Franz Karl Hartl, erschienen im Pichler Verlag.

Mehr zum Thema "Oberösterreichische Küche" erfahren Sie im neuen Buch von Ingrid Pernkopf und Christoph Wagner, erschienen in der Edition Oberösterreich.

Autor: Christoph Wagner | 30. 9. 2007 |