Kren
(Armoracia rusticana)
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Eine kleine Kulturgeschichte des Krens
Wer ein Stück Kren in seiner Tasche trägt, der ist nicht nur vor Hexen, sondern auch vor
Hunden sicher – so will es ein alter Aberglaube. Dabei hat der Kren oder Meerrettich, wie er in
Deutschland heißt, weniger mit Hunden als mit Pferden zu tun: Das Wort „Meerrettich“ hat nämlich
nichts mit dem blauen Nass, sondern vermutlich eher mit der Bezeichnung „Mähre“ für Pferd tun. Das
seit dem Altertum bekannte Gewürz wird bereits in der Bibel erwähnt und wird seit langem wegen
seiner Heilkräfte geschätzt. Größter Beliebtheit erfreut sich Kren – unser österreichischer
Ausdruck kommt übrigens aus dem Russischen – aber nicht im Nahen Osten, sondern v.a. in unseren
Breiten und Deutschland. Diese Tatsache hat dem Kren in Frankreich sogar den Namen „deutscher Senf“
eingebracht.
Biologisches
Kren ist eine mehrjährige Pflanze und wird genauso wie Kohl und Rüben zur Familie der
Kreuzblütler gezählt. Die aus Wurzel und Stengel mit gezackten Blättern bestehende Staude wird bis
zu 1 m hoch. Die scharf riechende Krenwurzel wird nach 2 oder 3 Jahren geerntet und sollte bis
dahin rund 50 cm lang sein. Das feste, weiße Fleisch ist von einer rauen, braunen Schale umgeben.
Für den charakteristischen Geschmack und Geruch, der einem die Tränen in die Augen treibt, ist
übrigens ein ätherisches Öl verantwortlich, das dem Senföl ähnelt - es tritt aber erst bei
Schneiden oder Zerreiben von Kren aus.
Für Körper und Gesundheit
Was so scharf riecht und schmeckt, muss fast heilende Kräfte haben – und in der Tat, so ist
es. Reich an Kalium, Phosphor, Eisen, Provitamin A, B-Vitaminen und so viel Vitamin C, dass man es
früher als Vorbeugemittel gegen Skorbut auf Schiffe mitnahm (Kren übertrifft im Hinblick auf
Vitamin C sogar Orangen!), ist der Kren ein ungemein nährstoffreiches Gemüse bzw. Gewürz. Darüber
hinaus regt die scharfe Wurzel aber auch Kreislauf, Verdauung und Appetit an, senkt den Blutdruck
und wirkt schleimlösend. In größeren Mengen genossen kann er auch abführend wirken.
Worauf muss ich beim Kochen achten
Bevor man sich an das – meist ein wenig „schmerzhafte“ Reiben macht – muss der Kren geschält
werden. Grüne Stellen sollten am besten entfernt werden, da sie mitunter bitter schmecken können,
ebenso kann es ratsam sein, das holzige Innere des Krens herauszuschneiden. Aufgrund seiner
Eigenschaft, sich durch den Kontakt mit Luft braun zu verfärben, sollte man ihn nach dem Reißen
sofort mit Essig oder Zitronensaft beträufeln. Da das Reiben soundso das Leid des einen ist, sollte
man, um die Freud des anderen noch zu vergrößern, den Kren erst kurz vor dem Auftragen reißen,
damit das mühsam erwirtschaftete Aroma nicht verfliegt.
Rezepte zum Probieren
Apfelkren
Crostini mit Thunfisch und Apfelkren
Entrecôte mit Semmelkrenkruste
Gebackene Blutwurstradeln mit
Krensauce auf Vogerlsalat
Gekochtes Wurzelfleisch mit Kren
Krenstruckl (Slowenischer Krenstrudel)







