Kopfsalat
(Lactuca sativa capitata)
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Eine kleine Kulturgeschichte des Kopfsalates
„Lattich ist die Speise der Toten“ liest man bei Eubolos, einem Vertreter der antiken
griechischen Komödie. Dabei spielt dieser auf den Mythos um die griechische Liebesgöttin Aphrodite
und ihren Geliebten Adonis an, den sie, nachdem er von einem Eber umgebracht wurde, auf ein
Lattichbett legt. Lattich wird hier aber nicht nur mit dem physischen Tod in Verbindung gebracht,
sondern auch mit dem Ende der sexuellen Potenz. Allerdings ist der Lattich, von dem in der
griechischen Antike die Rede ist, und der auch schon in babylonischen Texten erwähnt wird, noch
keineswegs unser heutiger Kopfsalat. Dieser wurde erst von den Römern von einem Gemüse, deren
Blätter rund um einen Stengel wuchsen zu einem Häuptel gezogen, allerdings war auch dies ein
langwieriger Prozess. Ab dann ging es mit dem Kopfsalat entgegen der anfänglichen Assoziationen,
stetig bergauf: Karl der Große ließ ihn anbauen, im 15. Jh. setzte er sich auch in England durch,
Kolumbus soll ihn selbst nach Amerika mitgenommen haben und der Sonnenkönig Ludwig XIV. war als „
Salatnarr“ überhaupt verrückt nach ihm. Und die Liebe zu diesem frischen Blattsalat hat sich
weltweit bis heute gehalten.
Biologisches
Kopf-, Grüner, Häuptel- oder Buttersalat ist der in unseren Breiten beliebteste Gartensalat.
Dabei gibt es eine Unzahl verschiedener Sorten von Kopfsalaten, die sich in Aussehen und Geschmack
stark unterscheiden können. So können die großlappigen Blätter gezähnt, ungezähnt, blasig oder
runzelig und farblich von blassgelb über sämtliche Grüntöne bis hin zu rotbraun sein. Was in
unseren Salatschüsseln landet, sind jedoch stets die Blätter einer auf einem Spross gewachsenen
Blattrosette. Deren Blätter sind je nachdem, ob sie im Glashaus oder im Freien gezogen wurde, mehr
oder weniger fest geschlossen. Die Herzblätter, die ganz innen liegen, sind aber immer am zartesten
und auch wesentlich heller, als die Außenblätter.
Für Körper und Gesundheit
Auch wenn die Innenblätter unter Gourmets den besten Ruf haben - beim Kopfsalat sind die „
innersten“ Werte nicht die, die am meisten zählen. Denn der Vitamin C-Gehalt nimmt von den
Außenblättern nach innen stetig ab. Kopfsalat ist aber nicht nur wegen seines Vitamin C-Gehalts
beliebt. Das kalorienarme Gemüse besteht zwar zu großen Teilen aus Wasser, macht aber dennoch
schnell satt. Zudem beinhaltet es Beta-Carotin, B-Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium und
Kalium, wodurch eine Entschlackung des Körpers gefördert wird.
Worauf muss ich beim Kochen achten
Kopfsalat schmeckt nicht nur frisch und ist gesund, mit einem guten Dressing kann bei seiner
Zubereitung auch praktisch nichts schief gehen. Beim Einkauf sollte man natürlich darauf achten,
einen möglichst festen Salat mit knackigen Blättern ohne gelbe Stellen oder Ähnlichem zu erwischen.
Sobald die Blätter dann vom Strunk gelöst und die äußersten Blätter entfernt sind (sie haben einen
höheren Nitratwert), muss der Salat nur noch kräftig gewaschen und trockengeschleudert werden. Dann
sollte er allerdings sofort abgemacht und serviert werden – man will ja keine schlaffen Blätter auf
dem Teller haben!
Rezepte zum Probieren
Blütensalat
Grüner Häuptelsalat mit roten
Rüben und verlorenem Ei
Häuptelsalat mit Sprossen und
Prosciutto
Salade niçoise á la Novelli
Kaninchenrückenfilet mit
Blattsalat und Wachtelei


