Karfiol
(Brassica oleracea)
Karfiol© Baloncici fotalia.com
Eine kleine Kulturgeschichte des Karfiols
Der Karfiol gehört zur Familie der Kohlgemüse und ist in Kleinasien beheimatet. Im 6.
Jahrhundert fand er dann auch den Weg nach Europa. Vermutlich haben Kreuzfahrer den Samen der
milden Röschen nach Italien gebracht, wo er bis heute noch sehr populär ist. Zu Ruhm verhalf dem
Karfiol allerdings Gräfin Marie Jeanne du Barry im 18. Jahrhundert. Die Maitresse von Ludwig XV bot
damals ihre Kochkünste am Hofe feil und kreierte, mit dem bis dato in Frankreich noch unbekannten
Gemüse, das bis heute bekannte Gericht Karfiol á la Dubarry. Die panierten Karfiolröschen nehmen
jedoch auf ihrem Teller hoffentlich ein weniger schauriges Ende als die Gräfin, die im Zuge der
Französischen Revolution 1793 auf der Guillotine hingerichtet wurde.
Biologie
Der Karfiol wird geerntet, wenn der Blütenstand noch nicht vollkommen entwickelt ist. Die
Entwicklung der Karfiolröschen verläuft allerdings unterschiedlich schnell und bleibt nur einige
wenige Tage in diesem Zustand, weshalb die Karfiolernte besonders mühsam ist. Früher wurden die
Blätter auch noch händisch nach innen eingeknickt oder zusammengebunden, damit keine unschönen
Verfärbungen auftreten. Neuere Sorten sind bereits so gezüchtet, dass sich die Herzblätter von
alleine so nach innen eindrehen, dass die elfenbeinfarbenen Röschen vor Sonneneinstrahlung
geschützt sind, damit sie ihren blassen Teint nicht verlieren.
Für Körper und Gesundheit
Durch seinen hohen Anteil an Zitronen- und Apfelsäuren ist der Karfiol im Gegensatz zu den
meisten anderen Kohlarten sehr bekömmlich und daher bei einem empfindlichen Magen ein sehr
dankbares Gemüse. Es wird ihm auch eine positive Wirkung zur Vorbeugung von Krebserkrankungen
nachgesagt, sowie er auch als „Durchputzer“ bei Asthma, Arthritis, Nieren- und Blasenleiden gilt.
Karfiol ist mit 24 kcal pro 100 g ein Genuss ohne Reue, der noch dazu satt macht und auch mit
Vitamin C und B, Folsäure und Kalium versorgt. Der Karfiol ist eines der sehr wenigen Gemüse, die
Jod enthalten, weshalb man bei einer Schilddrüsenüberfunktion eher auf übermäßig viel Karfiol am
Speiseplan verzichten sollte.
Worauf muss ich beim Kochen achten
Beim Karfiolkauf ist es wie in der Kunst, man achtet auf die Farbkomposition. Sind die
Blätter leuchtend grün und der Kopf schön cremig-weiß, sollte man auf jeden Fall zugreifen. Zuhause
geht man am besten so vor, die äußeren Blätter und den Struck vom Kopf zu trennen und jenen bei
Bedarf eine Viertelstunde in Essig- oder Salzwasser einzulegen, damit kleinen Insekten und Schmutz
der Garaus gemacht wird. Wollen Sie den Karfiol nicht sofort verwenden, kein Problem, er ist ein
geeignetes Tiefkühlprodukt. Vor dem Einfrieren sollte er allerdings kurz in kochendem Wasser
blanchiert werden. Beim Kochen bewahrt ein Spritzer Zitronensaft die Karfiolröschen vor unschönen
Verfärbungen.
Rezepte zum Probieren
Karfiol mit Butter und Bröseln
Kalbsschnitzel mit Obers-Karfiolröschen
Bunter Bürosalat


