Ingwer
(Zingiber officinale)
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Eine kleine Kulturgeschichte des Ingwers
"Renn, renn, so schnell wie du kannst! Du kannst mich nicht fangen, ich bin der
Pfefferkuchenmann!" Wer sich jetzt fragt, was dieser Satz mit Ingwer zu tun haben könnte, dem sei
Folgendes verraten: Während es bei uns ein "Pfefferkuchenmann" ist, der im Märchen nach dem Backen
zum Leben erwacht und verzweifelt vor dem Gegessenwerden zu fliehen versucht, so handelt es sich
auf Englisch dabei um nichts anderes als einen Ingwermann (Gingerbread Man). Die unterschiedliche
Namensgebung mag damit zusammenhängen, dass Ingwer in deutschsprachigen Breiten wesentlich
unpopulärer ist, als es im angloamerikanischen Raum der Fall ist - nur dir Franzosen essen noch
weniger Ingwer als wir. Dabei ist dieses alte Gewürz seit langem nicht nur seines angenehm scharfen
Geschmackes wegen, sondern auch wegen seiner gesundheits- und potenzfördernden Eigenschaften
beliebt. So erwähnten ihn bereits Größen wie Konfuzius, Dioskorides oder Plinius durchaus lobend.
Höchste Zeit also, dass Ingwer auch bei uns ein paar Sprossen der Beliebtheitsskala hinaufklettert!
Biologisches
Die Immerwurzel, wie Ingwer auch genannt wird, ist eine rund 1,5 m hohe Staude, die im
Aussehen an Schilf erinnert und zur Familie der Gewürzlilien zählt. Aber nicht die oberirdischen
Teile sind es, die wir als Würzmittel verwenden, sondern der unterirdisch liegende Wurzelstock.
Dieses daumendicke Rhizom - also ein verdickter Stengel - liegt waagrecht unter der Erde und
verzweigt sich geweihartig. Diese Form war für den Ingwer übrigens namensgebend, denn unser Wort
leitet sich von sringavera ab, was in Indien so viel wie "mit Geweihsprossen versehen" heißt.
Dieses Rhizom hat eine hellbraune Schale, ist innen aber weißlich-beigefarben bis gelb.
Für Körper und Gesundheit
In Asien gilt der Ingwer schon seit jeher als wirksames Aphrodisiakum, da er im Körper Hitze
erzeugen soll. Diese Eigenschaft kann man sich aber auch bei Erkältungen vorzüglich zunutze machen,
wobei Ingwer nicht nur als schweißtreibend, sondern auch als hustenstillend gilt. Die Wurzel
erzeugt aber nicht nur Hitze, sondern auch Schärfe und regt dadurch auch die Verdauung bestens an.
Schon seit dem 16. Jh. wird Ingwer u.a. auch deshalb als Mittel gegen See- und Reisekrankheit
genutzt: er beugt nämlich gegen Schwindel und Übelkeit vor.
Worauf muss ich beim Kochen achten
Wer in seiner Küche nicht auf den scharfen, leicht zitronenartigen Geschmack von Ingwer
verzichten möchte, dem bietet sich tatsächlich die Qual der Wahl: Klassisch kauft man den Ingwer
frisch. Je älter der Ingwer ist, desto härter und faseriger, aber auch desto schärfer wird er.
Klein geschnitten oder geraspelt gibt er so jedem Gericht seine ganz charakteristische, angenehm
scharfe Note. Daneben ist er aber auch getrocknet und gemahlen als Ingwerpulver, in Sirup eingelegt
als Ingwernüsse oder kandiert als Snack erhältlich. Wer den Ingwer lieber in flüssiger Form
genießen möchte, dem sei Ingwertee (einfach ein Stück geschnittenen Ingwer mit heißem Wasser
überbrühen) oder natürlich Ginger Ale, Ginger Beer oder Ingwerschnaps im wahrsten Sinne des Wortes „
wärmstens“ ans Herz gelegt.
Rezepte zum Probieren
Gemüsecreme Suppe mit Ingwer
Ingwerente
Schokoladetorte mit Chili und
Ingwer
Wolfsbarsch-Tatar mit Ingwer
Ingwerhuhn mit Nüssen







